Ein paar Cent für ein Hundeleben

Bettelhunde_Muenchen

Mittwochabend und eine Verabredung mit Freunden auf der Wiesn. Eigentlich ein ganz entspannter Abend mit viel Spaß und auch der ein oder anderen Maß. Dachte ich zumindest, aber irgendwie ist unser Mittwochabend dann ganz anders verlaufen.

Während wir auf dem Weg zum Haupteingang des Oktoberfests noch schnell über die richtige Seite der Dirndlschleife diskutierten und den neuesten Klatsch austauschten, fiel mir nur am Rande ein Bettler mit einem recht jungen Hund auf. Viel habe ich mir dabei nicht gedacht. Eigentlich schön, dass sich jemand um die kleine Fellnase kümmert. Richtig süß sah der kleine Knäuel aus, wie er da auf seiner Decke lag. Die beiden waren zudem richtig gut ausgestattet: Decke, Trinken & Futternapf lagen gleich neben dem Hund. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mir gedacht habe, dass Bounty in dem Alter niemals so ruhig irgendwo in der Nähe von Menschenmassen gelegen wäre. Wir sind also weitergegangen. Viel zu beschäftigt waren wir mit der Diskussion, in welches Zelt wir denn nun gehen wollten. Um uns herum hunderte Menschen, die mit Sicherheit auch bis eben noch im Büro saßen und mit sich und ihrem Alltag beschäftigt waren.

 

Apathische Welpen und grausame Bettler

Aus dem Besuch wurde schließlich auch ein richtig toller Abend. Sogar ohne eigenen Wiesntisch hatten wir einen Platz im Zelt gefunden. Als wir den Rückweg antraten, dachte ich eigentlich nur daran, wie sehr ich mich gleich auf mein Bett freute. Aber der Rückweg sollte anders verlaufen als gedacht. Gleich nach dem Haupteingang fiel mir wieder der Mann mit dem kleinen Hund auf. Ich konnte meinen Augen überhaupt nicht trauen. Um ihn herum saßen jeweils mit 2 Meter Abstand plötzlich ganz viele Bettler mit kleinen Welpen. Alle Tiere lagen absolut apathisch da und haben sich keinen Millimeter bewegt. Und das bei diesen Menschenmassen. Mich selbst hat es zu tiefst im Herzen getroffen, als ich begriff, dass hier eine ganze Bettelbande saß und mit unschuldigen Tieren versucht, Mitleid zu erregen. Die meisten der Tiere waren außerdem noch viel zu jung, um von ihrer Mutter getrennt zu werden. In dem Moment habe ich mich natürlich gefragt, was mit den Tieren passiert, sobald sie nicht mehr klein und niedlich waren? Werden Sie dann einfach entsorgt und in den Müll geworfen? Und wer füttert sie und vor allem was wird ihnen mit ins Futter gemischt, dass sie so anteilnahmslos da sitzen? Bitte was sind das für Menschen, die unschuldige Tiere für ihren eigenen Vorteil einsetzen. Mir ist klar, dass keiner der Bettler dort sitzt, weil es so lukrativ und lohnenswert ist. Aber wie kann ich in Kauf nehmen, dass ein unschuldiges Tier so ausgebeutet wird. Vor allem aber scheint es sich hier ja um ein richtiges Geschäftsmodell zu handeln. Wir haben irgendwann nach dem 10. Tier aufgegeben, zu zählen. Ehrlich gesagt hätte ich sie in diesem Moment alle mitnehmen wollen. Aber ich bin mir sicher, schon am nächsten Tag wäre die Bettelmafia wieder mit neuen Opfern ausgestattet gewesen. Als ich versucht habe, von einem Hund ein Bild zu machen, hat sich der Mann natürlich mit allen Mitteln gewehrt. Das ist auch der Grund, warum dieser Beitrag nicht viele Bilder beinhaltet und auch das Titelbild nicht die aktuelle Sitiation zeigt.

 

Wie kann man einem Bettelhund helfen?

Wir haben uns also noch auf dem Nachhauseweg Gedanken gemacht, was wir selbst tun könnten. Bisher haben wir uns noch nicht besonders aktiv für den Tierschutz eingesetzt. In diesem Moment wäre es für uns aber überhaupt niemals infrage gekommen, den Vorfall einfach so tatenlos zu vergessen. Vor allem hat uns zu Hause auch unser eigner Hund ganz aufgeregt begrüßt. Für uns ist sie der absolute Beweis, wie sehr ein Tier ein artgerechtes Zuhause und einen verantwortungsvollen Umgang braucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich einer der Bettler Gedanken um Hundeerziehung, deren Krankheiten und überhaupt deren Wesenszüge macht.

Wir haben uns entschlossen, gleich am nächsten Tag das Veterinäramt zu benachrichtigen. Schließlich schreibt die Stadt München ganz ausdrücklich auf ihrer Seite, dass man sich bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz dorthin wenden soll. Leider haben wir noch keine Antwort bekommen. Ich hoffe natürlich, dass sich trotzdem irgendjemand dem Anliegen annimmt.

Was auf keinen Fall hilft, ist den Bettlern Geld für ihre Hunde zu geben. Eure Spende kommt den Tieren nämlich absolut nicht zugute. Ganz im Gegenteil. Es ist nur weiteres Geld da, die Tiere weiterhin mit Medikamenten und Drogen zu betäuben.

Mich hat dieses Erlebnis wirklich zutiefst berührt und ich kann immer noch nicht glauben, dass in München solche Machenschaften überhaupt möglich sind. Sollten wir irgendwann eine Info erhalten, an welche Stellen man sich korrekterweise wenden sollte, werde ich den Artikel natürlich ergänzen.

Hier findet ihr außerdem einen interessanten Bericht von Galileo zu diesem Thema.

 

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