Nachhaltig macht glücklich!

Dass unsere Welt schnelllebiger denn je geworden ist, merken wir jeden Tag. Gerade diskutierten wir noch über Datenschutzgesetze und die Digitalisierung. Wir regten uns auf, dass Unternehmen sämtliche Informationen über uns sammeln, während die andere Hälfte des Freundeskreises über Digital Detox nachdenkt. Ständig dreht sich alles nur um uns und darum, wie wir aus unserem eh schon mehr als privilegierten Leben noch mehr rausholen können. Dankbarkeit, für das was wir haben geht dabei oft völlig unter. Die große Frage ist aber, ob uns das alles wirklich glücklich macht? Warum ziehen denn plötzlich so viele Menschen die Reißleine und retten sich vor dem anstehenden Burnout? Höher, schneller und weiter bei maximalem Gehalt macht wohl doch nicht so glücklich?! Klar, ich hätte auch gerne 1 Million und wüsste damit schon was anzufangen. Aber die Frage ist doch, ob man dadurch tatsächlich sein eigenes Glück finden würde?

Neue Wege, neues Glück

Um mich spielt sich gerade immer wieder der gleiche Prozess ab. Man steht mitten im Job und stellt plötzlich fest, dass man seit Jahren mit der Situation absolut unglücklich ist. Ich habe oft das Gefühl, dass diese Situation ausgereizt wird, bis dann irgendwann der Radikalschlag kommt. Im einen Freundeskreis schmeißen Freunde ihre gutbezahlen Jobs hin und verwirklichen ihren Traum mit ihrem eigenen Start-up, der nächste bricht mit seinem Van auf zu einer 7-jährigen Weltreise, usw. Ich möchte diese Entscheidungen und Lebensentwürfe überhaupt nicht kritisieren. Im Gegenteil, ich gehöre eher zu den Kandidaten, denen man so etwas sofort zutrauen würde. Aber ein wenig frage ich mich schon, ob es für das eigene Glück wirklich immer notwendig ist, alle Zelte abzubrechen und ganz von vorne anzufangen. Kann man nicht auch Kleinigkeiten in seinem Lebensentwurf verändern, die genauso zufrieden und glücklich machen?

Genau diese Frage beschäftigt mich schon sehr lange. Antwort habe ich noch keine darauf. Gut möglich, dass ihr mich in 5 Jahren ebenfalls virtuell mit Bounty in einem Van auf Weltreise begleiten könnt.

Nachhaltigkeit fühlt sich gut an

Was mich im Moment aber sehr zufrieden stimmt, ist die Tatsache, dass ich mein eigenes Interesse für Nachhaltigkeit entdecke. Es macht mir einfach Spaß, alte Gewohnheiten und Produkte zu überdenken und Alternativen zu finden. Woher das Ganze kommt, kann ich nicht sagen. Aber mir ist bewusst geworden, dass jeder Mensch zumindest ein Stück weit selbst beeinflussen kann, wie nachhaltig er oder sie lebt. Mit Sicherheit habt ihr schon einmal davon gehört, dass Helfen glücklich macht. Und genauso geht es mir mit der Nachhaltigkeit. Es fühlt sich einfach gut an, die Erde für die nächste Generation zu beschützen.

Das nachhaltig überhaupt nicht einfach ist, erlebe ich jeden Tag. Denn mal ehrlich, wann haben wir uns zum letzten Mal eingeschränkt um nachhaltiger zu sein? Klar, dass uns die Umwelt wichtig ist, beteuern wir ständig. „Aber es muss halt auch umsetzbar sein!“ Konkret heißt das, ich möchte, dass mir jemand eine nachhaltige Möglichkeit bietet und die nehme ich dann an. Aber Aufwand dafür betreiben und Geld ausgeben möchte ich nicht. Da sollen sich schon andere Gedanken drum machen, richtig? So funktioniert Veränderung nur leider nicht! Denn warum soll man günstige Plastikverpackungen abschaffen und gegen teurere Alternativen eintauschen? Eben!

Oft weiß ich selbst ganz genau, dass ein Produkt oder eine Angewohnheit in meinem Alltag absolut schädlich ist. Es auszutauschen oder die Situation zu verbessern stellt mich oft jedoch vor ziemliche Herausforderungen. Manchmal entpuppt sich eine vermeintliche Alternative sogar als noch größere Umweltsünde oder sprengt einfach mein Budget.

Jeder kleine Schritt zählt

Vor allem denke ich, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz sich nicht von jetzt auf gleich komplett in den Alltag integrieren lässt. Das ist ein Prozess, bei dem jede Kleinigkeit zählt. Und ich gebe zu, oft siegt auch einfach bei mir die Bequemlichkeit. Erst letztens stand ich mit Festshampoo in der Hand im Drogeriemarkt. War megastolz auf mich, dass ich in Zukunft so viel Verpackungsmüll sparen werde. Ach ja und dann wollte ich ja noch Putzmittel kaufen. Aber habt ihr schon mal festes Putzmittel gesehen? Ich nicht? Wie putzt man überhaupt nachhaltig? Ich weiß es immer noch nicht! Also bin ich am Ende dann doch mit einer, (immerhin) Glasflasche Essigreiniger aus dem Laden gegangen. Hmmm, irgendwie nicht so zufriedenstellend.

Wie ihr seht, ist das Thema Nachhaltigkeit und Zerowaste ein Punkt, der mich im Moment sehr bewegt. Auch deshalb habe ich mich entschieden, auf Isarleben in Zukunft viel über Nachhaltigkeit und meine ganz persönlichen Erfahrungen zu berichten. Ich möchte euch interessante (Münchner) Labels, Umwelthacks und vieles mehr rund um dieses wichtige und wie ich finde auch interessante Thema vorstellen. Und natürlich freue ich mich auf eure Meinungen, Ideen und Themenvorschläge.