Biercocktail, Reinheitsgebot und regionale Brauereien – Wir feiern den Tag des Bieres

Wenn man auf Reisen erzählt, dass man aus München kommt, ist die Antwort eigentlich immer die gleiche. “Ah, Bavarian Beer Fest!” Zumindest hat die Reaktion immer etwas mit Bier und Tracht zu tun. Dass das mit dem Beer Fest in diesem Jahr wohl nichts wird, sollte mittlerweile auf beim letzten Isarpreißn angekommen sein. Aber mal ehrlich, München kann doch nicht nur Bier zur Wiesnzeit. Da gibt es doch so viel mehr als nur ein wildes Besäufnis zwischen Tausenden von Touristen. Der Biergenuss findet doch eigentlich sowieso abseits der Wiesn statt!

Reinheitsgebot - ein Erlass der bis heute gilt

Hopfen

Eigentlich wird heut nicht nur das Bier gefeiert, sondern auch das Reinheitsgebot. Denn seit dem 23. April 1516 gilt der Erlass und somit darf seitdem nur Wasser, Malz, Hefe und Hopfen in unser Bier. Zurückzuführen ist dieser Erlass auf den bayerischen Herzog Wilhelm IV. Er wollte damals die abenteuerlichen Experimente selbst ernannter Brauer unterbinden.

Bis heute gilt das Reinheitsgebot. Darunter werden in Deutschland ca. 6.000 Biere angeboten. Und irgendwie finde ich es beruhigend, dass es doch noch ein Produkt gibt, dass aufgrund der Einfachheit der Zutaten bis jetzt noch in keinen Lebensmittelskandal verwickelt wurde.

Allerdings sind wir heute in der Qualitätsprüfung weiter als damals. Denn vor über 500 Jahren wurde eine Bank mit Bier bestrichen. Die Prüfer setzten sich für 3 Stunden auf die Bank. Wenn die Bank an der Lederhose kleben blieb, hatte das Bier bestanden. Falls nicht, wurde der Brauer bestraft. Also du kannst ja mal versuchen, nach 3 Stunden Bierzelt auf der Wiesn, dich zu beschweren, falls die Bank nicht an dir kleben bleibt. 😉 Viel Erfolg!

Dass die Biere oft so unterschiedlich schmecken, liegt übrigens an vielen verschiedenen Faktoren. Brauart, Aromen des verwendeten Hopfens, Brauwasser und natürlich auch das Können des Braumeisters haben großen Einfluss.

Bierbrauen und Verkostung in München

Bier brauen

Wie Bier gebraut wird, kannst du dir übrigens im Tal, zwischen Marienplatz und Isartor ansehen. Dort, in Münchens ältestem Bürgerhaus, gibt es das Bier- und Oktoberfestmuseum. Du kannst dort nicht nur sehen, wie Bier hergestellt wird, sondern natürlich auch verkosten. Wir hatten in unserem Valentins Beitrag ja schon über die Verkostungen von Bier und München geschrieben. Wenn du also dein Zuhause nicht verlassen möchtest, vereinbarst du eben deine ganz private Verkostung.

Besondere Anlässe, besonderes Bier – das Wiesnbier

Oktoberfest Munich

Wusstest du, dass man auf der Wiesn nicht ganz normales Bier ausgeschenkt wird? In die Mass kommt Festbier, da eigens von den  sechs Münchner Brauereien gebraut wird. Augustiner Bräu, Hacker-Pschorr, Spaten, Löwenbräu, Hofbräu und Paulaner gehören zu dem Verein Münchner Brauereien e. V., der die Markenrechte am Oktoberfest Bier hält. Also nur eines der Biere dieser Brauereien ist echtes Oktoberfest Bier.

Das Problem am Festbier: Wenn es lange ausgeschenkt in Krügen steht, wird es lack, denn die Kohlensäure verschwindet. Außerdem enthält das Bier einen viel höheren Alkoholgehalt. Traditionell wurde das Bier in Holzfässern, sog. Hirschen gelagert. Heute hat auf der Wiesn nur noch Augustiner diese Fässer. Das Bier daraus wird im Augustiner-Festzelt und in der Fischer Vroni ausgeschenkt. Das Bier stärkste Bier schenkt bisweilen Hofbräu aus. Ganze 6,3 % beträgt der Alkoholgehalt.

Einen großen Aufschrei gab es übrigens, als 1973 der Mass-Preis zum ersten Mal die 3 DM Grenze überschritten hat. Ganze 3,10 DM kostete damals das Bier. Heute undenkbar. Die Mass liegt längst bei über 11 €.

Wer in diesem Jahr die Wiesn und das zugehörige Bier vermisst, kann das Bier allerdings in Flaschen abgefüllt kaufen.

Kleine Labels mit großem Geschmack

Alleine schon wegen der Wiesn kommt man in München an den großen Brauereien erstmal nicht vorbei. Aber wer ein wenig die Augen offen hält, wird schnell merken, dass es mittlerweile ganz viele kleine Brauereien gibt. Insgesamt sind in Bayern über 600 Brauereien gemeldet. Wer jetzt denkt, dass Oberbayern die höchste Brauerei-Dichte aufweist, liegt falsch. Nr. 1 ist Franken. Hier findest du eine Übersicht dazu

Seit Corona gibt es in München außerdem die Initiative “Support Your Münchner Drinks”. Du kannst dort die Münchner Getränke, darunter natürlich auch regionale Biere, online bestellen und deren Brauereien unterstützen.


Solltest du dich selbst man an das Experiment Bier brauen wagen wollen, können wir dir folgenden Tipp geben: Füttere Ecosia mal mit “Bierbrauen Starterset”. Da wirst du schnell Equipment finden. Selbst haben wir es noch nicht ausprobiert. Aber falls einer unser Leser hier schon Experte ist, freuen wir uns sehr gerne über einen Bericht.

Reinheitsgebot adé - Cocktails mit Bier

Die bekanntesten Biermischgetränke sind Radler (Helles mit Zitronenlimo), Goaß (dunkles Bier, Cola und Weinbrand) und Russ (Weißbier mit Zitronenlimo). Jeder Biersomelier schlägt spätestens jetzt die Hände über dem Kopf zusammen. Aber so erobert das Hopfengetränk eben oft auch die weibliche Zielgruppe. Übrigens gibt es mittlerweile auch weitaus ausgereiftere Rezepte mit Bier.

Bierhugo

Biercocktail

Für 1 Person

  • Minze 
  • Eiswürfel 
  • 1 EL Holunderblütensirup 
  • 1 EL Zitronensaft 
  • Helles

Alle Zutaten mischen und mit Hellem aufgießen.

Caibierinha

Für 2 Personen

  • 1 Limette
  • 2 EL brauner Zucker
  • Kristallweizen
  • Crushed Ice

Limette und braunen Zucker mit einem Stößel zerdrücken. Mit Bier und Crushed Ice auffüllen.

In diesem Sinne: PROST!