Familie

Coworking mit Babybetreuung – unsere Erfahrung

Coworking mit Babybetreuung - unsere Erfahrung

12 Monate Mamaleben liegen hinter mir. Eine Reise voller Höhen und Tiefen. Es gab so viele tolle Momente, aber eben auch Zeiten, auf die ich so einfach nicht vorbereitet war. Momente, die einfach nur Kraft gekostet haben. Mir ist durchaus bewusst, dass die Zeit mit meinem Baby kostbar ist und so nicht wieder kommt. Trotzdem bin bzw. war ich als Mama ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, einmal kurz Luft zu holen. Am Anfang habe ich mich überhaupt nicht getraut, diesen Gedanken laut auszusprechen. Aber irgendwann wurde mich klar, dass es einfach jeder Mama so geht.

Jede Familie ist einzigartig, so auch auch ihr Betreuungsmodell

Schon während der Schwangerschaft war mir klar, dass ich es anders machen wollte – zumindest teilweise. Viele der Erfahrungsberichte anderer Eltern in unserem Umfeld passten einfach nicht zu uns. Wir haben beide ortsunabhängige Jobs und unsere Herzensprojekte, wie diesen Blog hier oder unser Startup. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ich glücklich bin, wenn ich all das ganz aufgebe bzw. eine lange Zeit einfach so liegen lasse. 

Die ersten Monate war die Kombi “Kind und Job” noch ganz easy zu managen. Naja, soweit Eltern sein überhaupt easy sein kann. Nach vier Monaten mit Baby wurde es für mich fast unmöglich tagsüber zu arbeiten. Mir ging die Kraft aus. Ich habe fast nur noch nachts gearbeitet. was für mich als alte Nachteule kein Problem war. Aber wer nachts arbeitet, der kann normalerweise tagsüber den Kopf ausschalten. In meinem Fall ging das schlichtweg nicht, denn da war ja ein Baby, das versorgt werden wollte. Also musste eine andere Lösung her. 

Zu diesem Zeitpunkt habe ich eine tolle Nachricht über Instagram von einer Einrichtung namens Zuckertag bekommen, die Coworking und Babybetreuung miteinander verbindet. Für uns stand fest, dass wir uns das Angebot genauer ansehen. Denn es ging darum, das eigene Baby bis zu 3x 3 Stunden in der Woche in kleinem Rahmen betreuen zu lassen und im Nebenraum zu arbeiten. Ich war also da als Mama, was für mich ganz wichtig war. Gestillt habe ich weiterhin und wenn es Tränen gab, saß ich nur eine Tür weiter. 

Pünktlich zum ersten Eingewöhnungstag bin ich also mit meiner riesigen Tasche angereist. Von Stilleinlagen bis Laptop war alles dabei. Obwohl ich mich auf diesen Tag so gefreut hatte, machten sich so doch langsam Nervosität und Zweifel breit. Ist das vielleicht doch zu früh? Richte ich am Ende nicht doch Schaden für mein Kind an? Muss ich mich so sehr selbst verwirklichen und kann ich nicht einfach Mama sein? „Nein, kann ich nicht!” Das war auch die Antwort der Mamas, die an diesem Tag ebenfalls zum ersten Mal da waren.

Nach einem halben Jahr Coworking kann ich nun für mich sagen, dass diese Art der Unterstützung genau richtig war. Da ich die drei Tage flexibel einlösen konnte, war es immer möglich, auf die persönliche Tagesform des Kleinen zu achten. Manchmal war eben nur eine Stunde drin. Das war auch ok. Und an anderen Tagen gab es großes Geschrei, weil ich schon zum Abholen da war.

Das all das so reibungslos funktioniert hat, verdanken wir vor allem:

  • einer Eingewöhnung ganz ohne Zeitdruck
  • Erzieherinnen, die zu festen Bezugspersonen im Alltag der Kleinen wurden
  • Personal, das ein offenes Ohr für die Sorgen von uns als Eltern hatte
  • Einem tollen Team, dass die Kleinen auch einfach mal in die Trage genommen und in den Schlaf gesungen hat

Die häufigsten Fragen zum Thema Coworking mit Babybetreuung

Wenn wir von unserem Betreuungsmodell erzählen, bekommen wir immer wieder die gleichen Fragen:

Wo bist du, während das Baby betreut wird?

Ich sitze in einem Raum neben an, nur ein paar Schritte von den kleinen Entfernt. Die Erzieherinnen haben außerdem meine Telefonnummer. Ich könnte also auch das Gebäude verlassen, zum Friseur gehen, einen Arzt Termin wahrnehmen oder einfach laufen gehen.

Wie lange wird das Baby betreut?

Dreimal in der Woche bis zu 3 Stunden am vormittag. Wir haben wie in einer Kinderkrippe mit einer Eingewöhnung gestartet. Zu Beginn waren wir nur ein paar Minuten getrennt. Ein paar Tage später hat schon eine ganze Stunde gut geklappt und nach einer Weile war ich wirklich 3 Std. im Coworking gesessen.

Kann man weiter stillen?

Ja, das geht. Zu den Stillzeiten oder je nach Bedarf habe ich einfach im Betreuungsraum gestillt. Später dann habe ich Flaschen vorbereitet und Brotzeit mitgegeben.

Wo schläft das Baby?

Im Betreuungsraum gab es Federwiegen, Wiegen und Bettchen für die ganz kleinen. Ich habe mir zu Beginn der Betreuung nicht vorstellen können, dass mein Baby dort auch wirklich einschläft. Aber schon nach kurzer Zeit war auch das kein Thema mehr.

Was passiert, wenn das Baby weint?

Dann wird genauso liebevoll beruhigt, wie man es als Mama oder Papa machen würde – in die Trage nehmen, Singen, etc. Und wenn an dem Tag einfach alles nichts hilft, ist man ja selbst nicht weit weg. Ich habe es ganz oft damit verglichen, das es nicht anders ist, als ob die Oma im Nachbarzimmer Zuhause betreut.

Wer arbeitet da im Coworking?

Mamas und Papas, die selbstständig sind, Ihr Studium nebenbei absolvieren, Eltern in Elternzeit, die sich währenddessen ein Business aufbauen. Oder auch einfach nur Eltern, die einmal kurz durchatmen, Termine vereinbaren und in Ruhe telefonieren wollen.

Während der Zeit habe ich so tolle Mamas und Papas kennengelernt. Mit vielen arbeite ich heute zusammen, habe guten Kontakt oder wir verabreden uns zu einem Spielplatzdate. Im Vordergrund stand für mich immer die Betreuung. Ich hätte nie gedacht, dass mir die Zeit dort so ein tolles Netzwerk bringt.

Im Nachhinein hat mir die Zeit im Coworking nicht nur ein paar Stunden für mich gebracht, sondern auch ein tolles Netzwerk. Ich habe Mamas kennengelernt, die ähnliche Geschäftsideen umsetzen und mit denen ich bis heute zusammenarbeite. Ich persönlich war nach so einem Vormittag im Coworking jedes Mal wieder energiegeladen und hatte einfach viel mehr Kraft, für meinen Kleinen da zu sein. Am Ende tut es einfach gut, zu wissen, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist und es allen Familien ähnlich geht. 

 

Schreib mir gerne eine Nachricht und ich beantworte dir weitere Fragen zu unserer Erfahrung im Coworking mit Baby.